

school2job will „Good Practice“ nicht an statistischen Erfolgszahlen (z.B. Abschlüsse von Ausbildungsverträgen) messen. Diese „harten Daten“ verfälschen den innovativen Charakter einer Initiative, eines Projekts eher, als ihn objektiv zum Ausdruck zu bringen. Denn jede Initiative, jedes Projekt steht unter einer Vielzahl von Rahmenbedingungen, die in einer statistischen Erfolgsauswertung gar nicht erfasst werden können. So kann etwa ein sorgfältig konzipiertes und mit viel Engagement und Umsicht betriebenes Projekt das Pech haben, dass wichtige Unternehmen in der Region ihre Ausbildungskapazitäten gerade zurückfahren. Dennoch kann in dem Projekt ein Beispiel für „Good Practice“ vorliegen.

Ein erstes Kriterium für „Good Practice“ stellt die Herangehensweise und die Durchführung dar. Am Anfang steht die individuelle Initiative; das Bedürfnis und der engagierte Entschluss, vorgefundene Routinen zu hinterfragen und Besseres an ihre Stelle zu setzen. Einholen von Informationen.
Auch wenn eine konkrete Idee noch nicht ausgereift ist, sollten, zweitens, frühzeitig Kollegen darauf angesprochen und für sie gewonnen werden. Im Diskurs lassen sich die Tragfähigkeit, der erforderliche Aufwand und die schließliche Ausformulierung einer Idee viel besser bewerkstelligen als durch „einsames Grübeln“.
Ist die Idee in ihren Grundrissen präzisiert und eine erste Zustimmung hergestellt, dann steht die Gewinnung geeigneter Kooperationspartner auf der Tagesordnung. Eine Checkliste zum Festhalten persönlicher und institutioneller Beziehungen leistet dafür gute Dienste.
Ein drittes Kriterium betrifft die Gesprächskultur, die innerhalb und zwischen den engagierten Kooperationspartnern gepflogen wird. Sie sollte offen gegenüber Konflikten und Konkurrenzsituationen sein und postive wie weniger postive Erfahrungen in Feedback-Treffen ermitteln und festhalten. Es ist klar, dass dieses Kriterium in knappen Projektdarstellungen nicht authentisch und in allen Verästelungen festgehalten werden kann. Um so wichtiger ist es, sich dieses Kriteriums bei der Durchführung eigener Initiativen bewusst zu sein.
Das vierte Kriterium für „Good Practice“ zählt zu den am schwierigsten zu erfüllenden, da es mit erheblichem zusätzlichen Arbeitsaufwand verbunden ist, der nicht unmittelbar in das Projekt eingeht. Es handelt von der Dokumentation, der Qualitätssicherung und der Evaluierung (reflexiven Beurteilung) der angestoßenen Initiative.
In vielen Fällen (und wenn die Auflagen z.B. bei geförderten Projekten nichts anderes Vorsehen) ist es jedoch nicht erforderlich, sich ausführliche Kenntnisse in Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement anzueignen. Für einen ersten Einstieg in diese Thematik genügt es bereits, wenn Sie e sich zur festen Gewohnheit machen, über jedes Treffen Protokoll zu führen und dieses Protokoll beim jeweils nächsten Treffen zu diskutieren. Bereits mit dieser einfachen Maßnahme wird einem Kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) der Weg bereitet, der hervorragende Dienste dafür leistet, den Stand eines Projekts festzuhalten, ihn für sich und für Außenstehende zu dokumentieren und ihn einer Bewertung zugänglich zu machen.