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Wie aussagekräftig sind Tests?

Die Aussagekraft von Berufseignungstests wird verschieden beurteilt. Manche Experten stehen solchen Tests sehr skeptisch gegenüber:

Wichtig ist es in jedem Fall, die Teilnehmer an einen Eignungstest schon im Vorfeld darüber aufzuklären, dass der vom Testanbieter gelieferten Interpretation nicht die Wucht eines Urteils des „letzten Gerichts“ zukommt. Die Ergebnisse von Eignungstests sollten vielmehr als Hinweise, Denkanstöße verstanden werden, ein kritisches Verhältnis einzunehmen zwischen dem, was man will, und dem, was man kann.

Insofern ist es zweckmäßig, Berufseignungstests nicht erst kurz vor dem Übertritt ins Arbeitsleben einzusetzen, sondern bereits in früheren Jahrgangsstufen. Interessen und Fähigkeiten sind formbar, veränderbar und entwicklungsfähig. Wer z.B. mit 14 erfährt, dass sein „Traumberuf“ entschieden bessere Mathekenntnisse als gedacht erfordert, kann an dieser Aufgabe noch arbeiten.

Ein Berufseignungstest kann niemals einen abschließenden Befund über die Perspektiven eines Jugendlichen liefern. Hätte der junge Albert Einstein seinerzeit einen ausgefüllt und ihn sich zu Herzen genommen – er wäre vermutlich ein kleiner Angestellter im Patentamt geblieben.

Was Berufseignungstests freilich gar nicht leisten können, das ist eine Beurteilung über die aktuelle und in naher Zukunft vorliegende Lage auf dem Arbeitsmarkt. Auch die beste Eignung für den Traumberuf hilft wenig, wenn dieser Beruf von ausbildenden Betrieben (in der Region) nicht angeboten wird.