
Um Menschen mit Handicap optimal zu rehabilitieren und um sie gezielt auf betriebliche Arbeitsaufgaben und -umgebungsbedingungen vorzubereiten, müssen Informationen über das individuelle Leistungsvermögen und die Anforderungsstruktur des Arbeitsplatzes gewonnen und ausgewertet werden.
Assessmentverfahren der beruflichen Rehabilitation dienen der Einschätzung und Beurteilung von individuellen Eignungsvoraussetzungen, die wiederum mit beruflichen Anforderungsmerkmalen in Beziehung gesetzt werden können. Ein so initiierter Vergleich der Fähigkeiten mit den Anforderungen des Arbeitsplatzes führt nahezu zwangsläufig zu entsprechenden Arbeitsplatzgestaltungsmaßnahmen mit dem Ziel eines passgenauen Arbeitsplatzes für den behinderten Mitarbeiter.
IMBA Integration von Menschen mit Behinderung in Arbeit, ein Instrument zur Förderung der Eingliederung von Behinderten in das Arbeitsleben, ist das Ergebnis der langjährigen Forschungsarbeit eines interdisziplinären Teams aus den Bereichen Arbeitsmedizin, Arbeitswissenschaft und Psychologie. Es wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung entwickelt.
IMBA (basiert auf einem standardisierten, systematischen und definierten Merkmalkatalog. Die einzelnen Merkmale sind neun Merkmalsgruppen zugeordnet:
Da sowohl tätigkeitsbezogene Anforderungen als auch die Arbeitsfähigkeiten des Betroffenen mit dem gleichen Merkmalskatalog beschrieben und als Profil (Anforderungs- und Fähigkeitsprofil) erfasst werden, ist ein schneller Abgleich möglich. Verschiedene Fragestellungen lassen sich dabei bearbeiten, so etwa:
Weitere Informationen siehe:
www.imba.de
Das System "MELBA" Merkmalprofile zur Eingliederung Leistungsgewandelter und Behinderter in Arbeit ist zwar Bestandteil (Schlüsselqualifikationen) des umfassenderen Verfahrens IMBA, ist aber auch als eigenes Instrument einsetzbar.
Die Fähigkeitsanalyse nach MELBA umfasst 29 tätigkeitsrelevante Merkmale aus den Bereichen: kognitive Fähigkeiten, soziale Fähigkeiten, Fähigkeiten zur Art der Arbeitsausführung, psychomotorische Fähigkeiten und Fähigkeiten aus dem Bereich Kulturtechniken und Kommunikation. Inzwischen wurde eine Erweiterung vorgenommen. So eignet sich das Modul "MELBA SL" für den Personenkreis lernbeeinträchtigter Menschen, weil auch geringere Fähigkeitsausprägungen differenziert beurteilt und in einem Profilbogen mit Ratingskala dargestellt werden können.
Weitere Informationen:
www.melba.de
Arbeitssimulationsverfahren beinhalten eine Vielzahl von Aktivitätstests, die einzelne funktionelle Tätigkeiten über einen längeren Zeitraum unter simulierten Bedingungen eines konkreten Arbeitsplatzes prüfen. Man gewinnt so ein positives und negatives Leistungsbild hinsichtlich der arbeitsbezogenen körperlichen Leistungsfähigkeit.
Im deutschsprachigen Raum haben sich vorwiegend zwei Systeme etabliert.
Die beiden Assessmentmethoden berechnen die funktionelle Belastbarkeit einer Testperson in Bezug auf einen vollen Arbeitstag und stellen einen Vergleich mit den jeweiligen Berufsanforderungen an. Dabei ist der Vergleich bei dem Verfahren „EFL“ auf den speziellen Arbeitsplatz bezogen, bei ERGOS auf ein vergleichbares vorgegebenes Tätigkeitsprofil. Computergestützt können bei ERGOS typische Bewegungsabläufe für 2.500 Berufe simuliert und analysiert werden.
Der Zeitaufwand für beide Verfahren ist entsprechend hoch. Eine EFL-Testdurchführung dauert mindestens sechs Stunden verteilt auf zwei Tage, eine ERGOS-Untersuchung ca. sechs Stunden an einem Tag.
Die beiden Verfahren werden im Rahmen von medizinischen und beruflichen Reha -Maßnahmen in Kliniken (siehe
www.uni-jena.de), Berufsförderungswerken (BFW) und Einrichtungen der ambulanten Rehabilitation (siehe
www.faw.de) eingesetzt.
Weitere Informationen:
www.efl-akademie.de
Der hamet 2 Handwerklich-motorischer Eignungstest ist ein Testverfahren zur Überprüfung und Förderung handlungsorientierter Basiskompetenzen für Ausbildungsberufe mit manuellem Schwerpunkt.
Modul 1: Berufliche Basiskompetenz
Modul 2: Lernfähigkeit
Modul 3: Soziale Kompetenz
Modul 4: Vernetztes Denken
Zur Diagnostik der Merkmale sozialer Kompetenz im Berufsleben werden Verhaltensproben und –simulationen (Modul 3) herangezogen Die Ergebnisse des aktuellen sozialen Verhaltens und der zugrundeliegenden Einflussfaktoren lassen sich zu einem individuellen Profil sozialen Kompetenz zusammenfassen.
Weitere Informationen:
www.hamet2.de
Weitere Links zu Gesetzestexten finden Sie in unserer Infothek.
© Forschungsinsitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH, Stand 30.09.2006