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Assessmentverfahren der beruflichen Rehabilitation

Um Menschen mit Handicap optimal zu rehabilitieren und um sie gezielt auf betriebliche Arbeitsaufgaben und -umgebungsbedingungen vorzubereiten, müssen Informationen über das individuelle Leistungsvermögen und die Anforderungsstruktur des Arbeitsplatzes gewonnen und ausgewertet werden.

Assessmentverfahren der beruflichen Rehabilitation dienen der Einschätzung und Beurteilung von individuellen Eignungsvoraussetzungen, die wiederum mit beruflichen Anforderungsmerkmalen in Beziehung gesetzt werden können. Ein so initiierter Vergleich der Fähigkeiten mit den Anforderungen des Arbeitsplatzes führt nahezu zwangsläufig zu entsprechenden Arbeitsplatzgestaltungsmaßnahmen mit dem Ziel eines passgenauen Arbeitsplatzes für den behinderten Mitarbeiter.

Integration von Menschen mit Behinderung in Arbeit – das System

IMBA Integration von Menschen mit Behinderung in Arbeit, ein Instrument zur Förderung der Eingliederung von Behinderten in das Arbeitsleben, ist das Ergebnis der langjährigen Forschungsarbeit eines interdisziplinären Teams aus den Bereichen Arbeitsmedizin, Arbeitswissenschaft und Psychologie. Es wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung entwickelt.

IMBA (basiert auf einem standardisierten, systematischen und definierten Merkmalkatalog. Die einzelnen Merkmale sind neun Merkmalsgruppen zugeordnet:

  • Körperhaltung (z. B. Sitzen)
  • Körperfortbewegung (z. B.Gehen)
  • Körperteilbewegung (z. B. Armbewegungen)
  • Information (z. B. Sehen)
  • Komplexe Merkmale (z. B. Heben)
  • Umgebungseinflüsse (z. B. Lärm)
  • Arbeitssicherheit (z. B. Unfallgefährdung)
  • Arbeitsorganisation (z. B. Schichtarbeit)
  • Schlüsselqualifikationen (z. B.Teamarbeit)

Da sowohl tätigkeitsbezogene Anforderungen als auch die Arbeitsfähigkeiten des Betroffenen mit dem gleichen Merkmalskatalog beschrieben und als Profil (Anforderungs- und Fähigkeitsprofil) erfasst werden, ist ein schneller Abgleich möglich. Verschiedene Fragestellungen lassen sich dabei bearbeiten, so etwa:

  • Stimmen die Fähigkeiten des Betroffenen mit den Anforderungen des Arbeitsplatzes überein?
  • Weist der Profilvergleich auf Über- oder Unterforderungen in der Ausübung der beruflichen Tätigkeit hin? 
  • In welchen Bereichen besteht Handlungsbedarf?
  • Wie könnte eine höhere Passgenauigkeit von Fähigkeiten und Anforderungen erreicht werden? (Frage nach Möglichkeiten einer technischen Umgestaltung des Arbeitsplatzes, einer verbesserten Einarbeitung, Schulung oder Weiterbildung etc.

Weitere Informationen siehe:Es folgt ein externer Link in einem neuen Fenster:www.imba.de

Merkmalprofile zur Eingliederung Leistungsgewandelter und Behinderter in Arbeit

Das System "MELBA" Merkmalprofile zur Eingliederung Leistungsgewandelter und Behinderter in Arbeit  ist zwar Bestandteil (Schlüsselqualifikationen) des umfassenderen Verfahrens IMBA, ist aber auch als eigenes Instrument einsetzbar.

Die Fähigkeitsanalyse nach MELBA umfasst 29 tätigkeitsrelevante Merkmale aus den Bereichen: kognitive Fähigkeiten, soziale Fähigkeiten, Fähigkeiten zur Art der Arbeitsausführung, psychomotorische Fähigkeiten und Fähigkeiten aus dem Bereich Kulturtechniken und Kommunikation. Inzwischen wurde eine Erweiterung vorgenommen. So eignet sich das Modul "MELBA SL" für den Personenkreis lernbeeinträchtigter Menschen, weil auch geringere Fähigkeitsausprägungen differenziert beurteilt und in einem Profilbogen mit Ratingskala dargestellt werden können.

Weitere Informationen:Es folgt ein externer Link in einem neuen Fenster:www.melba.de

Arbeitssimulationsverfahren

Arbeitssimulationsverfahren beinhalten eine Vielzahl von Aktivitätstests, die einzelne funktionelle Tätigkeiten über einen längeren Zeitraum unter simulierten Bedingungen eines konkreten Arbeitsplatzes prüfen. Man gewinnt so ein positives und negatives Leistungsbild hinsichtlich der arbeitsbezogenen körperlichen Leistungsfähigkeit.

Im deutschsprachigen Raum haben sich vorwiegend zwei Systeme etabliert.

  • Das System „EFL“ Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit nach Isernhagen
  •  Das Funktionsdiagnose-System „ERGOS

Die beiden Assessmentmethoden berechnen die funktionelle Belastbarkeit einer Testperson in Bezug auf einen vollen Arbeitstag und stellen einen Vergleich mit den jeweiligen Berufsanforderungen an. Dabei ist der Vergleich bei dem Verfahren „EFL“ auf den speziellen Arbeitsplatz bezogen, bei ERGOS auf ein vergleichbares vorgegebenes Tätigkeitsprofil. Computergestützt können bei ERGOS typische Bewegungsabläufe für 2.500 Berufe simuliert und analysiert werden.

Der Zeitaufwand für beide Verfahren ist entsprechend hoch. Eine EFL-Testdurchführung dauert mindestens sechs Stunden verteilt auf zwei Tage, eine ERGOS-Untersuchung ca. sechs Stunden an einem Tag.

Die beiden Verfahren werden im Rahmen von medizinischen und beruflichen Reha -Maßnahmen in Kliniken (siehe Es folgt ein externer Link in einem neuen Fenster:www.uni-jena.de), Berufsförderungswerken (BFW) und Einrichtungen der ambulanten Rehabilitation (siehe Es folgt ein externer Link in einem neuen Fenster:www.faw.de) eingesetzt.

Weitere Informationen:Es folgt ein externer Link in einem neuen Fenster:www.efl-akademie.de

Handlungsorientierte Module zur Erfassung und Förderung beruflicher Kompetenzen

Der hamet 2 Handwerklich-motorischer Eignungstest ist ein Testverfahren zur Überprüfung und Förderung handlungsorientierter Basiskompetenzen für Ausbildungsberufe mit manuellem Schwerpunkt.

Modul 1: Berufliche Basiskompetenz
Modul 2: Lernfähigkeit
Modul 3: Soziale Kompetenz
Modul 4: Vernetztes Denken

Zur Diagnostik der Merkmale sozialer Kompetenz im Berufsleben werden Verhaltensproben und –simulationen (Modul 3) herangezogen Die Ergebnisse des aktuellen sozialen Verhaltens und der zugrundeliegenden Einflussfaktoren lassen sich zu einem individuellen Profil sozialen Kompetenz zusammenfassen.

Weitere Informationen:Es folgt ein externer Link in einem neuen Fenster:www.hamet2.de

Weiterführende Links zu den genannten Gesetzen und Verordnungen:

Weitere Links zu Gesetzestexten finden Sie in unserer  Infothek.

Weitere Informationen zu Assessments im Internet:

  • DIATRAIN Diagnose und Training von INBAS Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik GmbH:Es folgt ein externer Link in einem neuen Fenster: www.ausbildungsvorbereitung.de
  • STARTV – Assessment-Center-Methode des Instituts IMBSE Institut für Maßnahmen zur Förderung der beruflichen und sozialen Eingliederun e. V.:Es folgt ein externer Link in einem neuen Fenster: www.imbse.de
  • Datenbank Assessmentinstrumente des Instituts für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation (IQPR) GmbH:Es folgt ein externer Link in einem neuen Fenster: www.assessment-info.de
  • Good Practice Center des Bundesinstituts für Berufsbildung:Es folgt ein externer Link in einem neuen Fenster: www.good-practice.de